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»Mein Herz schlägt für die Versicherten«

Besuch bei einem der 4 500 Versichertenältesten und -berater

Dieter Wilhelmi ist Versichertenältester. Wie seine ehrenamtlichen Kollegen hilft er bei Anträgen und Fragen zur Rentenversicherung – und das meist gleich um die Ecke.

Er sitzt am Schreibtisch und lächelt. Hinter ihm hängt ein Kalender mit Segelschiffen. Im Regal daneben liegen griffbereit Antragsformulare. Darüber steht neben Romanen und Nachschlagewerken das Sozialgesetzbuch. Dieter Wilhelmi ist seit 1975 Versichertenältester. In 38 Jahren hat er nach eigener Schätzung etwa 50 000 Gespräche mit Versicherten geführt – viele davon in seinem kleinen Arbeitszimmer im Bremerhavener Ortsteil Königsheide. „Zurzeit geht der geburtenstarke Jahrgang 1948 in Rente“, stellt er fest, „da gibt es viel zu tun.“ Mehr als 1000 Menschen suchen jedes Jahr seinen Rat. Ganz oben stehen außerdem Fragen zur Erwerbsminderungsrente.

Mehr Rente

„Die Leute sind oft hilflos und können die Bescheide nicht lesen“, beschreibt Dieter Wilhelmi den Ausgangspunkt vieler Gespräche. Umso mehr freut er sich, wenn er etwas für sie erreichen kann. So wie für die Frau, deren Gesellenbrief zusammen mit einer Geldkassette beim Einbruch in ihre Wohnung gestohlen wurde. Versuche, die Ausbildungsbescheinigung über die Krankenkasse oder die Handwerkskammer zu beschaffen, blieben erfolglos. Erst der ehemalige Arbeitgeber – selbst längst im Ruhestand – konnte helfen. Mit Gesellenbrief bekommt die Frau heute 55 Euro mehr Rente im Monat.

Wilhelmi lebt in einer Hafenstadt. Viele seiner Klienten sind Auswanderer und Seeleute. „Die sind oft amtsscheu“, sagt er „da kommen sie lieber zu einem Versichertenältesten.“ Wie der Seemann aus Kroatien, der in Lima lebt und einmal jährlich Bremerhaven besucht. Im Laufe seines Lebens war er in Deutschland und Kroatien versichert. Doch die dortigen Unterlagen gingen während der Kriege auf dem Balkan in den 90er-Jahren verloren. Es bedurfte einer Menge Korrespondenz, bis alles rekonstruiert war und die Rente gezahlt werden konnte.

Mann der ersten Stunde

Dieter Wilhelmi ist 1943 in Frankfurt am Main geboren und in Bremerhaven aufgewachsen. Der Buch- und Offsetdrucker hat sich schon früh in Betriebsrat und Gewerkschaft engagiert. 1975 wählte ihn die Vertreterversammlung der damaligen Landesversicherungsanstalt Oldenburg-Bremen zum Versichertenältesten – da war er 32. Wilhelmi war hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär und 15 Jahre lang Mitglied der Bremischen Bürgerschaft.

Bevor Versichertenälteste loslegen können, müssen sie die Schulbank drücken. „Wir werden gründlich ausgebildet“, erklärt Dieter Wilhelmi. Dazu kommen jährlich Schulungen zur Auffrischung. Fünf Tage waren die Versichertenältesten der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen im Sommer zusammen. Schwerpunkt des Seminars waren Erwerbsminderungsrenten. „Dabei konnte ich einiges beisteuern“, sagt Wilhelmi. Jeder Berater berichtet aus der Praxis und stellt eigene Fälle zur Diskussion. „Daraus lernen alle etwas!“ Darüber hinaus informieren Fachleute aus der Verwaltung der Rentenversicherung die ehrenamtlichen Berater über die neuesten gesetzlichen Entwicklungen.

Freude am Helfen

Nach 38 Jahren als ehrenamtlicher Versichertenältester zieht Wilhelmi eine positive Zwischenbilanz, denn ans Aufhören denkt er nicht. „Ich habe immer noch Spaß daran, weil jeder Fall anders ist.“ Wilhelmi kann oft nachvollziehen, was manche Menschen durchgemacht haben, ehe sie zu ihm kommen. Er selbst musste seinen Beruf nach mehreren Hörstürzen vorzeitig aufgeben, war jahrelang in Schmerzbehandlung, bis man ihm helfen konnte.

Sein Rezept ist ganz einfach: „Ich kümmere mich um die Leute.“ Und das spricht sich offenbar herum. Die Ratsuchenden kommen aus der ganzen Region. Wilhelmi hat immer ein offenes Ohr für sie. „Mein Herz schlägt für die Versicherten“, sagt er und lächelt.

Foto: Andreas Burmann

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